Zeitzeugen in Aussig und Tissa am 20. und 24. Febr. 2012

Am 20. Febr. 2012 war der Vorstand der Heimatgemeinschaft Peterswald vom Collegium Bohemicum eingeladen, das neue Museum zu besichtigen, in dem Vorbereitungen getroffen werden, auch Produkte der Metallwarenfabriken von Peterswald auszustellen. Die Einweihung wird voraussichtlich Ende 2012 sein.

In Zusammenarbeit mit dem Collegium Bohemicum war es möglich an diesem Tag um 18.00 Uhr in einem Kaffee in Aussig über die Vertreibung mit erwachsenen Bürgern zu reden, besonders über das Erlebte von Liane Jung. Es wurde rege Anteil am Geschehen genommen, auch wurden viele Fragen gestellt und beantwortet.

Ein weiterer historischer Schritt in Richtung Aufarbeitung der jüngsten Geschichte, ebenfalls unter der Schirmherrschaft des Collegium Bohemicum, war der 24. Febr. 2012 im Rathaussaal in Tissa. Dazu waren 30 Schüler im Alter von 12 – 15 Jahren anwesend, welche die Schule in Tissa besuchen, auch von Peterswald und Schönwald waren Kinder dabei.

Ebenso hatten sich einige Bewohner aus Tissa sowie ein in Tissa lebender Zeitzeuge eingefunden, um den Vortrag von Liane Jung zu hören. Als Unterstützung mit eigenen Beiträgen standen ihr zur Seite: Inge Galle, geb. Zappe, sowie Irene Eilhard, geb. Hiebsch und Renate v. Babka, geb. Beil.

Als Anschauungsmaterial erhielten die Zuhörer jeweils die Kopien eines Vertreibungsbefehles sowie die traurige Geschichte des 16-jährigen Jungen aus Tissa, der in den Krieg ziehen musste. Die anwesenden Schüler waren fast im gleichen Alter und können bestimmt nicht begreifen, dass Jugendliche zum Gewehr greifen mussten.

Nach der Begrüßung von Herrn Bürgermeister Jandasek wurden Bilder vom ehemaligen Tissa gezeigt. Irene Eilhard und Inge Galle gaben dazu Erläuterungen. Zum besseren Verständnis für die Schüler erläuterte Renate v. Babka kurz die Geschichtsentwicklung ab Okt.1938. Danach hielt Liane Jung einen Vortrag über den von ihrer Familie erlebten Vorgang der Vertreibung aus Peterswald, der alle sehr berührte. Irene Eilhard und Inge Galle hielten ebenso Vorträge. Jeder hat zur Vertreibung seine eigene Geschichte.

Eine neue Zeit hat begonnen und diese Chance haben wir genutzt. Lange Jahre haben die Tschechen im Geschichtsunterricht nichts über die jüngste Geschichte zu hören bekommen. Aber die heutige, junge Generation möchte wissen, was damals geschah.

Wir bedanken uns beim Collegium Bohemicum, Herrn Thomas Oellermann; sowie bei Herrn Lutz Hanke für die Betreuung der technischen Abwicklung.

Besonderer Dank gebührt Herrn Bürgermeiser Jandasek für den freund-schaftlichen Empfang. Unser Dank gilt ebenso der Direktorin der Tissaer Schule und der Lehrerin Frau Veronika Husakova.

 

Heimatgemeinschaft Peterswald

Renate v. Babka

Febr. 2012