Renate von Babka (2009):

 

 

Biografie des langjährigen Peterswalder Pfarrers Alois Skliba
* 29. August 1861    + 12. Juni 1932

Diese Biografie wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. In Bezug auf einige sehr persönliche Dinge aus dem Leben des Pfarrers kann aber nicht garantiert werden, dass es sich wirklich um eine 100-prozentige Wiedergabe der Wirklichkeit handelt, da diese Informationen teilweise auf mündlichen Überlieferungen basieren. In diesem Zusammenhang möchte ich betonen, dass ich für Hinweise, Kritik und Ergänzungen jederzeit dankbar bin.

 

Über 35 Jahre hinweg war der in Reichenau a.d. Kneznu in Böhmen geborene Alois Skliba, böhmischer Nationalität, katholischer Pfarrer in Peterswald. In den langen Jahren seines Wirkens, von 1897 bis 1932, hat er sich die große Anerkennung der Bevölkerung verdient. Obwohl er als Religionslehrer sehr streng gewesen sein soll, war er außerordentlich beliebt. Dennoch gab es auch dunkle Punkte im Leben des Menschen und Pfarrers Alois Skliba. Diese Biografie soll sowohl das Lebenswerk des Pfarrers würdigen als auch seine menschlichen Seiten erhellen.

 

Pfarrer Skliba hielt sich laut Volkszählungsbogen von 1900 bereits seit 1896 freiwillig und ununterbrochen in der Gemeinde Peterswald auf und bereits zu diesem Zeitpunkt lebte seine mutmaßliche am 8. Juli 1886 geborene Tochter Filomena Lev bei ihm. Für diese sorgte ihre als Wirtschafterin im Haushalt des Pfarrers tätige unverheiratete Tante Aloisia Horky (* 23.10.1857), die 1896 gemeinsam mit Alois Skliba und der zehnjährigen Filomena nach Peterswald gekommen war und hier am 5. Mai 1922 an Herzstillstand starb. Eine mögliche Erklärung für die lebenslange Sorge der Aloisia Horky für Filomena Lev wäre die, dass die verheiratete Schwester von Aloisia Horky – Theresia Lev geborene Horky – das Kind zwar offiziell als das ihrige hat eintragen lassen, es in Wirklichkeit aber die Tochter der ledigen Aloisia war. Das ist nur eine Mutmaßung, aber warum sollte die leibliche, in anscheinend „geordneten“ Verhältnissen lebende Mutter das eigene Kind ihrer alleinstehenden Schwester überlassen?

Vermutlich hatte Filomena eine ältere Schwester mit Namen Maria, die jedoch mit 17 Jahren am 30. September 1894 verstarb. In ihrem Sterbeeintrag im Kirchenbuch von Schirschowitz wird lediglich ihre Mutter – Theresia Lev – aufgeführt.

Die Mutter der Filomena hieß nach den von Alois Skliba vorgenommenen Eintragungen im Peterswalder Sterberegister – wie bereits erwähnt – Theresia Lev geborene Horky.

Am 17. Juni 1885, also ein Jahr vor der Geburt der Filomena, wurde Alois Skliba zum Priester geweiht. Bei einer Überprüfung des Geburtseintrages von Filo im Kirchenbuch von Schirschowitz lässt sich folgender Eintrag finden:

 

Filomena: am 8.7.1886 geboren in Schirowitz Nr. 23.

Vater: Lev, Johann, Ziegler in Schirowitz Nr. 23, zuständig nach Velky Palec, Bez. Schlan, ehelicher Sohn des Wenzel Lev, Ziegeldecker in Velky Palec Nr. 27 und der Maria Paul, Häuslerstochter aus Velky Palec Nr. 17.

Mutter: Theresia Horky, eheliche Tochter des Wenzel Horky, Chalupners in Ejvan und der Alojsia Capka aus Smolnic bei Laun.

 

In diesem Fall gibt es einige Ungereimtheiten und die Wahrheit, wer die tatsächlichen Eltern der Filomena waren, liegt auf dem Friedhof in Peterswald für immer begraben und wird wohl nie ans Tageslicht kommen. Es muss zwar davon ausgegangen werden, dass die Eintragungen in die Matriken rechtens sind, aber einige, wenige Anzeichen sprechen für eine Vaterschaft Alois Sklibas. Vieles scheint dem aber entgegenzustehen. Allerdings kursierte diesbezüglich im Dorf beizeiten das Gerücht, dass Alois Skliba der Vater von Filomena sei. Bis zum heutigen Tag ist es unter den Peterswaldern in Umlauf. Es handelt sich hier nicht um eine Behauptung von Renate von Babka, sondern um überlieferte Geschichte, die versucht wurde zu klären. Dies ist nicht gelungen, bemerkenswert ist jedoch hier noch, dass sich das Bistum Leitmeritz in Bezug auf eine Akte Skliba sehr zugeknöpft gab.

 

Über sechs Jahre hinweg, bis zum 3. Dezember des Jahres 1896, war Alois Skliba Pfarrer in Krombach, Vikariat Gabel. Danach wurde er von der hohen k.u.k. Statthalterei in Prag zum Pfarrer von Peterswald berufen und am 7. Januar 1897 als solcher vom hochwürdigsten bischöflichen Konsistorium in Leitmeritz konfirmiert. Am 12. Januar übersiedelte er nach Peterswald. Bei seiner Ankunft wurde er vom Ortsvorsteher Josef Ruhmich und vom Kommissär Josef Schönbach in der Pfarrei zu Nollendorf mit einem Schlitten abgeholt und in Peterswald harrten Seiner die übrigen Mitglieder der Gemeindevertretung, des Volksschulrates, die Schuljugend und alle Vertreter der hiesigen Vereine. In einem feierlichen Zuge wurde Skliba von den Eingepfarrten in die vollbesetzte Kirche geführt. Die Installation feierte er bereits am 2. Februar 1897, also am Feste Mariä Lichtmess. Den Installationsakt vollzog der hochwürdigste Herr Bezirksvikär des Teplitzer Vikariates, Dechant und Pfarrer von Karbitz, Pfarrer Gustav Mattauch.

Dass mit Alois Skliba ein Tscheche als Pfarrer einer ausschließlich aus Deutschen bestehenden Gemeinde vorstand, hat seiner Popularität offensichtlich keinen Abbruch getan, dennoch bedauerte er es – wie man seinen Aufzeichnungen entnehmen kann – außerordentlich, dass es so gut wie überhaupt keine Söhne deutscher Eltern mehr gebe, die Pfarrer werden möchten. Weitere aufschlussreiche Hinweise zum Leben und Wirken dieses Mannes kann man der Peterswalder Pfarrchronik entnehmen. So haben Alois Skliba schon seit seiner Amtsübernahme die beiden Seitenaltäre, die in einem sehr schlechten und schadhaften Zustand waren und nicht zum Stil der Peterswalder Kirche passten, beschäftigt. Mittels Spenden der hiesigen Gemeindemitglieder versuchte er sie restaurieren zu lassen. Die wohlhabende Familie des Anton Wolf, Haus Nr. 195, war schließlich bereit, die beiden Seitenaltäre herzustellen. Anton Wolf war der frühere Vogteikommissär und er hat zur Auflage gemacht, dass diese Spende anonym bleiben müsse. Die Familie Wolf hatte bereits 1894 eine neue Kanzel im Wert von 400 Gulden österreichischer Währung gespendet. Auch der Schwiegervater des Anton Wolf, Augustin Wolf, hat der Pfarrkirche neue Kreuzwegbilder im Wert von 325 Gulden geschenkt. Dafür erhielt die Familie ein bischöfliches Belobigungsschreiben.

Wenig später initiierte der neue Pfarrer eine erneute Spendensammlung unter den Pfarrkindern, die 467 Gulden ergab. Dafür konnte er nun den Hochaltar, die Beichtstühle und die Kommunionsbank erneuern sowie neue Kanontafeln und ein Messbuch anschaffen. Während der gesamten Zeit seines Wirkens in Peterswald war Pfarrer Alois Skliba stets bemüht, die Kirche in bestem Zustand zu halten, wobei er natürlich immer auf die Spendenwilligkeit seiner Pfarrkinder angewiesen war. Für diese Aktivitäten wurde ihm der Titel bischöflicher Notar verliehen. Am 12. November 1905 erfolgte unter seiner Ägide die feierliche Einweihung des neu errichteten Peterswalder Schulgebäudes. Damit war dem Peterswalder Seelsorger zum ersten Mal in seiner Amtszeit als Pfarrer die Möglichkeit gegeben eine Schule einzuweihen. An der Feierlichkeit nahmen nicht nur der k.u.k. Bezirksschulinspektor Mugnauer teil, sondern auch sämtliche Vereine des Ortes sowie auch aus dem benachbarten Sachsen.

Wie aus verschiedenen Unterlagen hervorgeht, war Pfarrer Skliba nicht zu bremsen, wenn es um „seine“ Kirche ging. So bekam er im Jahre 1908 beim k.u.k. Bezirkshauptmannschaft einige Probleme, da er eigenmächtig noch nicht bewilligte Arbeiten zur Durchführung in Auftrag gegeben hat. Er wurde streng gerügt und nur ausnahmsweise wurde von der Anwendung einer Strafe abgesehen. Es ging um die Herstellung neuer eiserner Fenster in der Kirche zu Peterswald.

Unvergesslich war ihm auch – wie er in die Pfarrchronik schrieb – der 30. August 1908, als das Kriegerdenkmal auf dem Rathausplatz um 10.30 Uhr eingeweiht wurde.

Am 15. Dezember 1918, dem dritten Adventssonntag, nachmittags um 2 Uhr vollzog Pfarrer Alois Skliba zu seiner großen Freude die Benediktiva der neuen Glocke, die den Namen Franz-Alois Maria bekam. Am 20. Dezember 1918 wurde die neue Glocke durch das nach Süden gelegene Turmfenster aufgezogen und in die Lager eingehängt. Das erste Läuten zum angelus domini wurde am hohen Weihnachtsfeste abends vom Spender vorgenommen.

Wie aus der Pfarrchronik hervorgeht, drangen in der Nacht vom 31. Dezember 1921 auf den 1. Januar 1922 Spitzbuben durch ein kleines Fenster in das Gotteshaus ein und schändeten die Kirche. Skliba vermerkte:

 

Ich, Alois Skliba, Dekant, habe sofort unter den Eingepfarrten eine Sammlung veranstaltet, deren Ergebnis über 5000 Kr. betrug. Um diesen Betrag konnten die geraubten Gegenstände von der Firma Johann Staneck in Prag wieder beigeschafft werden, wie die Monstranz, das Riborium und der Tabernakel.

 

Ein bemerkenswertes Ereignis im Leben Alois Sklibas stellte sein 25-jähriges Amtsjubiläum am 20. Januar 1922 dar. Er schrieb:

 

Am Gelöbnistage der hl. Märtyrer Fabian und Sebastian veranstaltete mir die hiesige dankbare Pfarrgemeinde anlässlich meiner 25-jährigen Seelsorgetätigkeit in dieser Pfarrkirche eine sehr schöne und imposante Festfeier.

Um 9 Uhr früh wurde ich unter der Beteiligung der Geistlichkeit an der Spitze der hochwürdigste Herr Konsistorialrat, bischöflicher Bezirksvikär, Herr Eduard Schönbach-Nitsche und eine sehr große Zahl der Bevölkerung in die festlich geschmückte Kirche geleitet. Vor Eintritt in die Kirche hielten zwei weiß gekleidete Mädchen, Anna Stille, Nr. 317, und Karolina Kühnel, Nr. 147, sinnige Ansprachen und überreichten herrliche Blumensträusse. Darauf bestieg der hochwürdige Herr Erzdechant von Leitmeritz die Kanzel und hielt eine sehr schöne entsprechende Predigt.

Nach der Predigt hielt ebenfalls Herr Fritz Hiebsch, Nr. 149, an mich eine sinnige Ansprache und überreichte mir auf einem Polster eine sehr schöne silberne Kerze und ein weiß gekleidetes Mädchen, Hedwig Haase, Nr. 182, hielt an mich ebenfalls eine sinnige Ansprache und überreichte mir einen sehr schönen silbernen Blumenstrauss mit der Zahl 25. Nachdem ich mich bei der Geistlichkeit und der Pfarrgemeinde bedankt habe, celebrierte ich ein sehr feierliches Hochamt unter Assistenz von 5 Priestern.

Die Festfeier, die mir die hiesige dankbare Pfarrgemeinde ganz unverhofft veranstaltet hat, werde ich, solange ich lebe, nie vergessen. Wie eine dankbare Pfarrgemeinde es verstanden hat, ihre Priester und Seelsorger zu ehren. Mit derselben Feierlichkeit wie ich in die Kirche eingeführt wurde, wurde ich wieder ins Pfarrhaus geleitet. Die Kirche fasste die Pfarrkinder nicht, viele derselben mussten sogar draussen vor der Kirche stehen. Gott weiß es; ich habe die Festfeier desselben Tages nicht gesucht und nicht angeregt, ich habe mich nach Kräften gewehrt, aber mein Wille erwies sich ohnmächtiger als die Liebe und der heisse Ungestüm meiner lieben Pfarrkinder. Ich musste den inständigen Bitten meiner lieben Pfarrkinder nachgeben und meine Zustimmung für die öffentliche Feier geben. Auch sehr zahlreiche Beglückwünsche, Telegramme sind mir zugekommen. Meinen herzinnigsten und tiefgefühlten Dank Allen!

 

Weitere denkwürdige Ereignisse der Peterswalder Kirchgemeinde sind in der Pfarrchronik vermerkt:

 

Neue Pflichten für den Pfarrer

Der Landesschulrat in Prag hat mit dem Erlasse vom 5. April 1924 die Stelle eines provisorischen Religionslehrers an der Knaben-Bürgerschule in Peterswald aufgelassen und genehmigt, dass der Religionsunterricht an der Bürgerschule in Peterswald (6 Stunden), wie bisher der Seelsorger in Nollendorf und an der Volksschule nun (12 Stunden) wöchentlich und 2 Stunden in Neuhof dem Seelsorger in Peterswald übertragen werde.

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40-jähriges Priesterjubiläum des Seelsorgers

Am 17. Juni 1925 waren es 40 Jahre, dass der Seelsorger in Peterswald, Dechant Alois Skliba, das Sakrament der Priesterweihe empfing. Die ganze Pfarrgemeinde benützte diese Gelegenheit, dem Jubilar ihre Liebe und Dankbarkeit zu bezeugen. Die Peterswalder bedachten mich mit Glückwunschschreiben und auch sinnige und gleichzeitig wertvolle Geschenke. Mit großen Eifer haben sie die Ausschmückung der Kirche betrieben, die eine der schönsten im Gebirge geworden ist. Aus diesem Geschehen muss besonders hervorgehoben werden, ein herrliches mit echten böhmischen Granaten besetzter Messkelch im Werte von 2000 Kronen von mehreren Pfarrkindern und ein schönes Marienbild im Werte von 1000 Kronen von der Gemeinde. Es ist der Wunsch aller, dass Gott ihnen diesen Seelsorger noch lange erhalten möge.

 

Benediktion der neuen A-Glocke als Herz-Jesu-Glocke

Am 7. Sonntage nach Pfingsten, am 19. Juli 1925, nachmittags um 2 Uhr wurde die Benediktion der neuen A-Glocke als Herz-Jesu-Glocke, welche für den unteren Teil der hiesigen Pfarrgemeinde bestimmt worden ist, in Gegenwart der vielen Wohltäter, der weiss gekleideten Mädchen, des Landjugendbundes und einer grossen Menge des Volkes nach dem Ritus des Ordinariatsblattes vom 15. Aug. 1908 von Alois Skliba, Dechant in Peterswald, vollzogen.

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Von außerordentlicher Wichtigkeit erschienen dem Pfarrer wohl die Wahlen am 15. November 1925; auch darüber hat er in der Pfarrchronik berichtet.

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Fahneneinweihung

Am 13. Juni 1926 konnte Pfarrer Skliba unter großer Anteilnahme der Bevölkerung von Peterswald wie auch besonders vieler fremder Vereine die Weihe der neuen Fahne der Bundes- und Landjugend in Peterswald vornehmen. Den Gottesdienst konnte er im Freien abhalten.

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Im Jahre 1927 besann sich Pfarrer Skliba seiner böhmischen Herkunft und machte seine Eintragungen fortan in tschechischer Schrift. Da er aber zeit seines Lebens seine Eintragungen in der Kurrentschrift gemacht hat, konnte er nicht richtig tschechisch schreiben und so schrieb er tschechisch in Kurrent.

Am 6. August 1929 starb Filomena Lev, die Pfarrwirtschafterin und mutmaßliche Tochter des Pfarrers Alois Skliba. Sie erlag im Alter von 43 Jahren einem Magenkrebsleiden. Im Sterbeeintrag vermerkte der Pfarrer, dass sie eine eheliche Tochter des Ziegeldeckers und Häuslers Johann Lev aus Schirschowitz Nr. 7 gewesen sei. Wie bereits erwähnt, wurde eine Theresia geborene Horky aus Ejvan als Mutter angegeben. Die letzte Ölung hatte Filomena an ihrem Todestag von Pfarrer Skliba erhalten. Beigesetzt wurde sie jedoch von Eduard Schönbach-Nitsche, Stadtdechant aus Leitmeritz. War Alois Skliba auf Grund emotionaler Nähe zur Verstorbenen außerstande sie zu beerdigen?

Am 12. Juni 1932 setzte der Tod auch dem Wirken des langjährigen Seelsorgers von Peterswald ein Ende. Noch bis vor Kurzem arbeitsam und unverwüstlich trotz seines Alters und seiner Gebrechlichkeit führte ein eitriger eingeklemmter Blinddarm – verschlimmert durch eine Diabeteserkrankung – das Ableben herbei. Im Krankenhaus zu Teplitz starb Herr Dechant Alois Skliba, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten.

Zu einer großen Ehrung für den Verstorbenen gestaltete sich das Begräbnis. Eine große Anzahl von Priestern, auch aus der weiteren Umgebung und ungezählte Scharen von Gläubigen begleiteten ihn auf seinem letzten Weg. Hochwürdiger Herr Bezirksvikar Edmund Tobisch hielt das Requiem und den Kondakt. Herr Bürgerschuldirektor Josef Karger dankte im Namen der Gemeinde und der Schule für die opfervollen Dienste.

Nach Aussage eines noch lebenden Augenzeugen, der zu diesem Zeitpunkt neun Jahre alt war und an der Beerdigung teilnahm, sollen zur dieser auch zwei Söhne Alois Sklibas angereist sein. Über ihre Identität konnte ich nichts in Erfahrung bringen.

Herr Dechant Alois Skliba war über 35 Jahre in Peterswald tätig. Seine Bemühungen um die Instandhaltung der Kirche hat das hochwürdigste bischöfliche Konsistorium durch die Verleihung des Titels Dechant und bischöflicher Notar anerkannt. Beigesetzt wurde er auf dem Felde II des Religionsfriedhofs. Sein Grab ist das erste links vom Eingang. Seine mutmaßliche Tochter Filomena Lev ruht rechts neben ihm. Ungeachtet jeglicher Spekulation, ob Alois Skliba der Vater der Filomena war oder nicht, wird allein schon anhand der Anlage und der gestalterischen Ähnlichkeit beider Grabstätten deutlich, dass Filomena dem Peterswalder Pfarrer zumindest wie eine Tochter ans Herz gewachsen sein muss. Immerhin lebte sie bereits seit ihrem zehnten Lebensjahr in Sklibas Haushalt. Merkwürdig bleibt jedoch, dass Filomena auf dem Grabstein als Chorsängerin tituliert wird. Fürchtete man, dass die Bezeichnung Pfarrwirtschafterin der Spekulation neue Nahrung bieten könnte? Und warum fehlen im Rahmen ihrer Grabinschrift das üblicherweise – so auch im Falle des Pfarrers – angegebene Geburts- und Sterbedatum? Was galt es zu verbergen?

Leider haben Grabschänder im Frühjahr 2008 das Grab Filomenas aus niedrigen Beweggründen arg beschädigt. Sie waren an dem Kupfer, das die Grabstätte umschloss, interessiert und rissen es heraus, um es für ein paar Kronen zu verkaufen. Daraufhin brach der Grabstein in sich zusammen und das Kreuz stand wie ein Anker in der Erde. Mitleidige Menschen haben das Grab wieder in Ordnung gebracht und es wird seitdem von ihnen gepflegt.